Zirkus Jonny Casselly

Wuppertal 2006

Artikel aus der Westdeutschen Zeitung Wuppertal 2006

Auch an brennenden Fackeln konnten die Nachwuchs-Artisten ihre Kunststücke üben.

 

ZIRKUSWOCHE

Die Sommerferien sind für Wuppertaler Kinder Zirkuszeit

 Seit 15 Jahren stürzen sich über 150 Kinder ins große Abenteuer.

Wuppertal. Die letzten drei Wochen der Sommerferien sind für viele Wuppertaler Kinder Zirkuszeit. Und das schon seit 15 Jahren. Jede Woche stürzen sich über 150 Kinder als Artisten, Clowns oder Tierführer ins große Abenteuer.

Jeweils eine Woche wird im Familienzirkus Jonny Casselly auf dem Carnaper Platz geprobt, um dann Freunden und Verwandten eine mitreißende Vorstellung zu bieten. Das Ferienprojekt des städtischen Ressorts Kinder, Jugend und Familie wird von den Wuppertaler Stadtwerken und der WZ unterstützt.

Einige der Kinder sind in dieser Zeit mit Reporterblock, Stift und Kamera unterwegs, um als junge WZ-Reporter ein Extrablatt  zu erstellen, das vor der großen Premiere im Zirkuszelt verteilt wird. Die Online-Redaktion der WZ zeigt ihnen hier einige Leseproben der Artikel, die die Kinder geschrieben haben, und einige der Fotos, die sie geschossen haben. 29.07.06

 

Marianne Casselly beim Pressetermin vor ihrem

Wohnwagen.

 

Oma ist immer für die Enkel da

       Oma Casselly zieht mit dem Zirkus mit, sie hat ihren eigenen Wohnwagen.

 Wuppertal. Die Cassellys fahren schon seit vielen Jahren mit dem Zirkus herum. Oma  Casselly hat einen sehr schönen großen Fünf-Sterne-Wohnwagen. Dort wohnt sie zusammen mit ihrer Tochter Marion, die im Zirkus die Süßigkeiten verkauft und für die Musik zuständig ist. Oma Casselly, die mit Vornamen Marianne heißt, hat zehn Kinder, Zirkusdirektor Jonny gehört dazu. Sie hat 44 Enkelkinder und 16 Urenkel. Oma Casselly ist 82 Jahre alt. Jonny Casselly senior hat sieben Kinder. In ihrer Zirkuskarriere hat Oma Casselly mit Reiten angefangen. Danach kamen Seiltanz und Trapez dazu. Nach einem Sturz vom Trapez hat ihr Vater ihr verboten, weiter Trapez zu machen. Da hat sie noch Ungarischen Tanz dazu genommen. Die Enkel im Circus Jonny Casselly kommen immer wieder bei ihr vorbei. Etwa wenn die Zwillinge sich einmal weh getan haben. Und manchmal erzählen sie ihr auch ein Geheimnis. Oma und Marion kochen in ihrem Wagen für sich. Wenn es zuviel ist, rufen sie die Enkel, die dann helfen und sich über die Einladung freuen.

Im Zirkus lernen die Kinder viele Kunststücke von ihren Eltern oder ihren älteren Geschwistern. Oma Casselly macht sich auch viele Gedanken, besonders über die Pferdenummern. Wir finden es gut, dass Oma mit ihren Enkeln mit dem Zirkus mitfährt. 29.07.06 Von Kolja, Carla, Rebecca und Roland

 

 

Manege frei": die Cassellys zu ihrer eigenen Galavorstellung.

 ZIRKUSWOCHE

Sonntag ist Casselly-Gala

 Morgen und kommenden Sonntag zeigt der Familienzirkus Jonny Casselly auf dem Carnaper Platz sein Programm.

Wuppertal. Der Zirkus ist da! Auf dem Carnaper Platz hat der Familienzirkus Jonny Casselly seine Zelte aufgeschlagen. Und während sich hier in den letzten drei Ferienwochen die Kinder vom Ferienzirkusprojekt des städtischen Ressorts Kinder, Jugend und Familie tummeln, um als Zirkusartisten für ihre Vorstellungen zu trainieren, laden die Cassellys zu ihrer eigenen Galavorstellung.

Zum ersten Mal heißt es morgen um 16 Uhr "Manege frei", eine zweite Vorführung gibt es am Sonntag, 6. August, ebenfalls um 16 Uhr. Der Familienzirkus Jonny Casselly ist eine bekannte Größe in Wuppertal, er hat eine treue Fangemeinde in der Stadt.
Es ist ein Zirkus mit Herz, den man da zu sehen bekommt. Geboten wird Artistik, Clownerie und Tierdressur. Und es ist immer wieder eine ganz eigene Stimmung, die das Publikum in den Bann zu ziehen vermag. Auf großartige Show-Effekte wird ganz bewusst verzichtet. Dafür gibt es einen Zirkus, dessen familiäre Atmosphäre das Publikum mit einschließt. Und doch kann einem der Atem stocken, wenn oben auf dem Hochseil waghalsige Figuren gezeigt werden, wenn es wilde Kunststücke auf dem Pferderücken zu sehen gibt oder unter der Zirkuskuppel Artistik voller Kraft und Geschicklichkeit gezeigt wird. Und es sind nicht nur die Kinder, die an den Späßen der Clowns ihre Freude haben.

 

                     PROGRAMM

Willkommen bei der Gala-Vorführung "Artisten aus aller Welt"

  Begrüßung

  Einmarsch der Artisten

  Trapez

  Clowns (Antonio): Der Waschsalon

  Die Rasselbande

  Equilibristik (Tonne)

  Bodenakrobatik

  Clowns (Antonio): Der Reiseclown

  Jonglage

  Feuertanz

  Clowns (Itti): Ist es schon ...

PAUSE

  Begrüßung

  Zeitungsgruppe und Danksagung

  Seiltanz

  Clowns (Antonio): Seiltanz

  Sprungakrobatik

  Equilibristik (Kugel)

  Voltigieren

  Eine Überraschung von den Cassellys

  Clowns (Itti): Die Feuerwehr

  FINALE

Und auch in der Pause kann man so einiges entdecken. Immer wieder schaffen es die Kinder, ihre Eltern und Großeltern zum Tierzelt zu führen, um einmal bei Lamas, Ziegen, Ponys, Pferden, Hunden oder dem großen Kamel vorbeizuschauen.

Und im Vorzelt kann man während der Pause die Bekanntschaft der großen Riesenschlange machen und, wenn man mutig genug ist, sich mit dem Reptil zusammen fotografieren lassen.

Kurz, es ist eine eigene Welt, die Zirkuswelt, die immer wieder einen Besuch lohnt.

ZIRKUS IM TV  In der ersten Zirkuswoche hat das ZDF ein Kamerateam auf den Carnaper Platz geschickt, das über den Ferienzirkus berichtet. Der Beitrag soll Sonntag in der Reihe "Menschen und Projekte" gezeigt werden.

·  Sonntag, 30. Juli, um 9 Uhr im ZDF  

Erst gewöhnen sich die Artisten an die Kugeln, dann kommen die Tricks dazu.

 

Lächeln und loslaufen    

Gut drauf waren die Kinder in der Equilibristik-Gruppe, auf Tonnen und Kugeln. Da hieß es: "Nicht nach unten gucken und in Bewegung bleiben!"
Wuppertal. Bei den Equilibristen ist es sehr wackelig. Sie müssen auf Kugeln und Tonnen das Gleichgewicht halten. Sie haben Matten für die Sicherheit ins Vorzelt gelegt. Dort können sie in Ruhe üben. Es gibt in der Gruppe elf Kinder und vier Betreuer. Einige Reporter haben Equilibristik getestet, und es hat ihnen riesig Spaß gemacht.      Reporter Roland: "Ich habe auf einer Kugel balanciert, mit Unterstützung. Es war sehr spannend, das Gefühl für das Gleichgewicht zu kriegen." Reporterin Carla: "Ich war auf der Tonne. Es war sehr schön, aber auch nicht leicht. Weil ich das zum ersten Mal gemacht habe, hatte ich Unterstützung."
Die Tonne ist leichter zu kontrollieren als eine Kugel. Kugeln rollen schneller weg, kleine schneller als große. Dafür kommt man auf große schwerer rauf. Man braucht viel Konzentration und ein Händchen für Geduld. Man sollte nicht nach unten gucken, das hat uns die Betreuerin Irmgard gesagt. Barfuß laufen ist besser, weil man besser Halt hat. "Immer lächeln!" sagen die Betreuer oft. Das vergisst man nämlich schnell, wenn man sich doll konzentriert. Einige Kinder haben tatsächlich ernst geguckt, andere haben gekichert.               Irmgard sagt: "Je weniger Sorgen man sich macht, um so einfacher ist es." Pia (11) sagt: "Es macht einfach Laune, man ist immer gut drauf." Und Meike (6) sagt: "Es ist toll. Man klettert rauf, und dann läuft man." 29.07.06Von Carla, Roland, Rebecca und Kolja

Immer wieder heiß ersehnt: Ein Sprung ins kalte Poolwasser.

 

Ferienzirkus unter sengender Sonne

Menschen und Tiere haben die Hitze der letzten Tage auf dem Carnaper Platz zu spüren gekriegt. Trotzdem haben die Artisten mit viel Spaß trainiert.
Wuppertal. In der zweiten Zirkuswoche war es noch heißer als in der ersten. Die Artisten sind so oft wie möglich in den Pool gegangen. Außerdem sollten sie auf dem Platz immer ihre Kappen aufhaben und viel trinken. Bei großer Hitze ist manches anders im Zirkus:

  •  Viele Gruppen haben nicht ganz so doll geübt. Und wer trainierte, tat das eher am Vormittag als nachmittags. Das haben uns die Bodenakrobaten, die Equilibristen und die Sprungakrobaten erzählt. Bei denen im Sattelgang war es besonders heiß.

  • Jonny junior sagt, die Tiere merken die Hitze

  • auch. Das Kamel Couscous etwas weniger, die Pferde und Ponys dafür um so mehr. Die müssen mehr Pausen machen, bekommen mehr zu trinken und werden abgespritzt. Wie die Kinder.

  • Viele Kinder waren ganz schön geschafft. Einigen wenigen hat die Hitze besonders viel ausgemacht. Sie hatten Kopfweh, und ihnen war übel. Sie konnten sich dann beim Spielmobil hinlegen, bekamen ein nasses Tuch oder ein Kühlpäckchen.

  • An Marion Cassellys Süßigkeitenwagen wurde etwas weniger Popcorn gekauft. Dafür haben sich die Kinder mehr Slush-Eis geholt.

  •  Im Küchenzelt, an den Wasserspendern der WSW, aus denen kaltes Wasser kommt, gab es manchmal eine lange Schlange.

  •  Am Mittwoch gab es für alle Kinder schon um 15 Uhr Hitzefrei. Wer wollte, konnte sich dann den Film "Shrek" ansehen.                                                       29.07.06          Von Carla, Kolja, Roland und Rebecca

 

In einer Zirkusfamilie sind immer alle zusammen

Die Kinder lernen alles, was man für den Zirkus braucht, von ihren Eltern und den älteren Geschwistern.
Wuppertal. Der Circus Jonny Casselly ist immer unterwegs, nur im Winter nicht. Weil es da zu kalt ist und man nicht so gut fahren kann. Im Winter ist der Zirkus im Winterquartier. Die Cassellys haben ihres in Wuppertal, auf einem ehemaligen Fabrikgelände. Da haben es die Tiere gemütlich und die Menschen auch. Im Winter werden Sachen repariert und Tricks geübt. Ihr Geld müssen die Cassellys im Sommer verdienen, im Winter gibt es nur einzelne Engagements, etwa bei Weihnachtsfeiern oder im Karneval.     Maria Casselly sagt: "Wir sind immer alle zusammen." Die Schule kommt zu den Zwillingen Romina und Alexia. Das ist eine Schule extra für Zirkuskinder. Da kann man seinen Realschulabschluss machen. Wenn sie rechnen lernen, dann machen sie das am Beispiel des Zirkus: Wieviele Stangen das Zelt braucht oder auf welcher Fläche es steht.                                                    Zirkusdirektor Jonny sagt, dass man viel können muss im Zirkus, nicht nur Akrobatik. Hier muss man als Tierpfleger, Techniker oder Manager arbeiten können. Jeder macht das, was er am besten kann. Die kleineren Kinder lernen von ihren Eltern und den älteren Geschwistern. Maria Casselly hat uns den Wohnwagen gezeigt, in dem sie mit Jonny und den beiden Zwillingen wohnt. Für einen Wohnwagen ist er groß, für ein Haus ist er klein. Wir finden ihn schön gemütlich.

Wie sagt man einem Pony, wo es langgeht? Pumuckl hat von allen Casselly-Ponys den größten Kopf.

Wir sind mit ihm und mit Annika aus der Tiergruppe über den Zirkusplatz spazieren gegangen.

Wir sind mit einem Pony spazieren gegangen. Das war der braun-weiße Pumuckl. Da war ein Mädchen dabei, das heißt Annika. Sie ist acht Jahre alt und in der Tiergruppe, in der es zwei Ziegen, sechs Lamas, zwölf Ponys, 17 Kinder und drei Betreuerinnen gibt. Der Leiter ist Alfons Casselly.

Das Spazierengehen war sehr schön, weil man nicht so oft mit einem Pony unterwegs sein kann. Und weil uns Annika viel über die Ponys erzählt hat. Gleich am Anfang wollte Pumuckl einen anderen Weg gehen als Annika. Pumuckl wollte zum Fressen aufs Gras, und Annika wollte um das große Zirkuszelt herum. Annika sagt: "Man muss Pumuckl viel streicheln, sonst hört er nicht so wirklich." Auf dem Rückweg sind wir am Stall der großen Pferde vorbeigekommen. Einige haben laut gewiehert, als sie Pumuckl gesehen haben. Aber der ist einfach weitergelaufen.

Zu den Aufgaben in der Tiergruppe gehört auch das Saubermachen der Ponys: striegeln, kämmen (Annika: "Was auch nicht so einfach ist") und Hufe auskratzen. Ab und zu passiert was außer der Reihe: Ein Lama spuckt, einmal ist ein Pony alleine vom Spaziergang zurückgekommen, und Maggie, die Ziege, ist ausgerückt, als die Kinder die Stalltür offen gelassen hatten. Wir haben Pumuckl gestreichelt, das Fell war warm und weich. Es war sehr toll gekämmt.

Die jüngste Leiterin ist elf Jahre alt: Alexia trainiert die Kinder der Taubengruppe

Im großen Zelt liefen zwei Tauben auf ihren Laufrädern. Da hat gerade die Taubengruppe geübt: sieben Kinder mit sieben Tauben. Alexia Casselly (11) leitet die Gruppe. Sie hat uns erzählt, dass sie sieben oder acht Jahre alt war, als sie ihre erste Gruppe bekommen hat mit den Tauben. Sie sagt: "Es ist schön, was mit den Kindern zu machen." Sie erzählt: "Manche sind älter als ich und denken: Wie kann so eine Kleine uns was sagen?" Wir haben gesehen, dass sie sehr viel über Tauben weiß.

Die Tauben fliegen nicht weg, weil sie da Futter kriegen und weil sie da Freunde haben. Die Tauben haben auch vor den Kindern keine Angst. Im Gegenteil: Sie mögen sie sogar sehr, weil sie immer gestreichelt werden.

Alexia und ihre Zwillingsschwester Romina treten mit den Tauben im Circus Jonny Casselly auf. Alles, was sie da vorführen, zeigt Alexia den Ferienkindern in der Taubengruppe.

Alexia erzählt, dass die Tauben sogar schon mal im Zirkus gebrütet haben. Und sie sagt, dass die Tauben bei der Aufführung aufgeregter sind als bei einer Probe. Bei einer Vorführung machen die Tauben dann manchmal ganz komische Geräusche. 05.08.06
Von Milena und Ella

 

Antonio zeigt ein Kaninchen.

Langohren für Daheim

 

In einer Ecke des Zirkusplatzes wohnen lauter Kaninchen.


Wuppertal. Da gibt es Angorakaninchen, Zwergkaninchen und Löwenköpfe. Sie gehören Antonio Casselly. Er verkauft sie. Von dem Geld will er Hundefutter kaufen für seine Hunde, die er für den Zirkus trainiert und mit denen er auftritt. Ein paar Kaninchen hat er auch in Wuppertal schon verkauft.

29.07.06

 

Volle Konzentration, sonst ist es mit der Balance schnell vorbei. Foto: Gerhard Bartsch

 

Junge Damen mit viel Gefühl für Balance

Die letzte Vorstellung des Ferienzirkus Casselly. Die Kinder gaben wieder alles.
Wuppertal. Die bunt gemischte und etwa zweistündige Show, die von der Zirkuschefin Maria Casselly moderiert wurde, konnte sich sehen lassen. Während die als Wesen aus dem All auftretenden Kinder gemeinsam mit den Westernhelden ihre Jonglierkünste mit Tüchern, Keulen, Diabolos und Tellern präsentierten, beeindruckten die spanischen Senoritas auf rollenden Tonnen mit viel Gefühl für Balance. Sie begeisterten das zahlreich erschienene Publikum, weil sie dabei auch noch Hula-Hoop-Reifen an Armen oder um die Hüfte drehten.
Kinder zwischen sechs und 14 Jahren traten als Akrobaten, Clowns, Jongleure, Zauberkünstler, Seiltänzer und Dompteure auf. Die Kostüme bekamen die Nachwuchsdarsteller vom Zirkus Casselly zur Verfügung gestellt, einige Details bastelten sie auch selbst, zum Beispiel den Antennenkopfschmuck der Außerirdischen, die gemeinsam in einer selbst entwickelten Nummer mit Cowboys auftraten. "Die Kinder dürfen die Zirkusnummern mitentwickeln, indem sie ihre Ideen einbringen", erklärte Raschtuttis.
Beliebt waren auch die klassischen Tiernummern wie die mit den dressierten Tauben oder Ponys, die Zaubernummern wie die mit der Schwertkiste, in der ein Darsteller mit Messern "durchbohrt" wird, und die Clownsketche, wie der mit dem abgewandelten Wilhelm Tell-Stoff, wobei der Apfel durch einen mit Wasser gefüllten Luftballon ersetzt wird.
In der auch durch die Musik mitreißenden Show gingen die Besucher, vor allem Eltern und Lehrer der angehenden Zirkuskünstler, sichtbar mit und belohnten die gezeigte Leistung verdient mit Applaus und Jubelrufen.

Das ZIKRUSPROJEKT

"Dieses Mal war es das hitzereichste und das kinderreichste Zirkusprojekt", so Jutta Raschtuttis, Projektleiterin und Mitarbeiterin des Ressorts Kinder, Jugend und Familie. Auf dem Carnaper Platz haben in den letzten drei Ferienwochen fast 600 Kinder das Zirkusprojekt mitgemacht. Das Projekt veranstaltet die Stadt seit 15 Jahren mit der Zirkusfamilie Jonny Casselly. Die Kindergruppen, für die letzte Veranstaltung waren es 192 Kinder, probten jeweils eine Woche mit den Profis. 07.08.06
Von Christine Hartmann

Vom Kribbeln im Bauch und frechen Lamas

 Überall gab es in dieser Woche etwas zu entdecken, ganz viel konnten die Kinder ausprobieren. Wir haben gefragt: Wie war`s?

Wuppertal. Lea (13): "Am besten war, mit den Tieren spazieren zu gehen. Und dass mein Lama fast immer gehört hat. Es heißt Whity. In der Manege ist es aber ein Sturkopf. Es hat immer meine Kappe in den Mund genommen. Und einmal hat es versucht, mir eine Möhre aus dem Mund zu nehmen. Typisch Lama!"

Jonathan (9): "Am besten ist unsere letzte Clownsnummer, weil wir auch mal ein bisschen die anderen Leute nassspritzen können. Und dass die Cassellys am ersten Tag was vorgemacht haben. Nicht so gut war, dass Itti mit zweien in der Gruppe immer schimpfen musste. Da kamen wir beim Üben schwerer zu Potte."

Kathi (11): "Gut war, dass man am Anfang viel ausprobieren konnte und sich dann erst entscheiden musste. Equilibristik habe ich genommen, weil es mir gefällt, das Gleichgewicht zu halten und Kunststücke auf der Tonne und der Kugel zu machen. Es ist lustig, auch wenn einem von den vielen kleinen Trippelschritten die Füße wehtun."

Justus (11): "Trampolinspringen war am besten, weil man da so hoch in der Luft ist. Man hat keinen Boden mehr unter den Füßen. Wenn man es einmal raus hat, dann ist es leicht. Doof war, dass ich den Salto nur ohne Trampolin hingekriegt habe."

Jessica (13): "Gut war, dass ich in die Gruppe reingekommen bin, in die ich wollte, das Trapez. Gut ist, dass hier im Zirkus so viele nette Kinder sind. Bei der Aufführung mache ich einen Durchgucker. Schön, dass ich nicht das Leichteste mache und zeigen kann, dass ich das kann."

Carlo (6): "Besonders gut hat mir das Tellerdrehen gefallen. Und das Werfen, weil man da so genau zielen muss. Mit Tüchern jonglieren ist blöd, weil die immer verhaken. Beim Zugucken haben mir die Clowns besonders gefallen."

Katharina (11): "Das Tanzen auf dem Seil ist toll, weil das ganz schön viel Spaß macht und weil man da Gleichgewichtsübungen macht. Das kann man auch beim Pferd gebrauchen, ich reite. Am besten ist es, auf dem Hochseil zu laufen. Das kribbelt im Bauch, aber es macht Spaß."

Paul (13): "Die Clownsgruppe fand ich sehr schön, mit Antonio. Der hat immer Scherze gemacht. In einer unserer Nummern spiele ich eine der Hauptrollen, das war schon sehr lustig. Nicht so gut war die Hitze, da konnte man nicht so gut bei üben."

Paulina (10): "Wir sind die Fakire, und am besten ist der Feuertanz. Es macht Spaß, Sachen auf dem Nagelbrett zu machen. Die Nägel sind wirklich spitz. Es macht Spaß, zu zeigen, was man kann. Nicht so gut war die Hitze, das Gute daran war aber der Pool zur Abkühlung."

Wiebke (7): "Ich fand das Proben in der Manege am schönsten. Weil man sich da schon so richtig fühlt, als ob man beim Auftritt ist. Das Turnen bei den Bodenakrobaten ist öfter anstrengend, aber ich fühle mich auch gut dabei. Ich bin im Turnverein und liebe Bodenakrobatik."

·  Weitere Aufnahmen sind unter www.jugend-freizeit.de/projekte/zirkus zu finden.

29.07.06             Von Roland, Rebecca, Carla und Kolja

 

Professionell albern sein: Mini-Clowns lernten beim Kinderferienzirkus von der Artistenfamilie Casselly, wie man die Zuschauer zum Lachen bringt.

ZIRKUSWOCHE

Nachwuchsartisten und ein Zirkusextrablatt

Die Zirkusfamilie Casselly trainierte junge Clowns und Seiltänzer - die WZ ermöglichte es.

Wuppertal. Unter dem Motto "Artisten aus aller Welt" feierten gestern 180 Wuppertaler Kinder vom Kinderferienzirkus im Casselly-Zelt auf dem Carnaper Platz Premiere. Bevor es in das Zirkusrund ging, kamen die zahlreich erschienenen Gäste aber zunächst an einer Horde Zeitungsjungen vorbei, die ein Zirkusextrablatt verteilten, veröffentlicht von der WZ, die als Sponsor des Spektakels fungierte.

WZ-Mitarbeiter Martin Juhre hatte somit auch abschließend noch alle Hände voll zu tun gerade erst war die einwöchige Arbeit mit dem jüngsten Reporterteam der Stadt abgeschlossen, schon musste die Sonderausgabe natürlich unters Volk.

Im Zelt der traditionsreichen Zirkusfamilie Casselly angekommen, sehnten sich nicht wenige zurück in die "kühlen" 30 Grad auf dem Vorplatz drinnen war die Temperatur deutlich höher. Schrecken konnte das die Verwandten und Bekannten der kleinen Stars aber nicht; das rund 1000 Personen fassende Zirkuszelt war zu drei Vierteln gefüllt.

"Es ist toll, dass die Stadt Wuppertal das Projekt trotz leerer Kassen immer noch ermöglicht", freute sich Projektleiterin Jutta Raschtuttis, die als städtische Mitarbeiterin des Bereichs Jugend & Freizeit auch das Haus der Jugend Elberfeld leitet.

Sie war es dann auch, die in der Manege die erste von drei Vorstellungen an drei Wochenenden eröffnete. 180 Kinder in Gruppen aufgeteilt präsentierten sich mit viel Trara und stolz geschwellter Brust dem Publikum; Eltern, Großeltern und Geschwister warteten natürlich von Beginn an auf den einen Moment, in dem auch sie vom Stolz gepackt werden würden.

Dann endlich gaben sich Kleine und Kleinste die Klinke in die Hand: Hier hing ein Junge etwas unbeholfen in den Seilen, dort durften Mini-Clowns endlich mal professionell albern sein. Ob Seiltänzern, Fakiren oder Jongleuren, eines war allen gewiss: Tosender Applaus.           25.07.06
Von Jörg Degenkolb

 

Auf einmal scheint die Welt auf dem Kopf zu stehen und die Sterne liegen einem zu Füßen.

 

Kinder berichten vom Zirkus: Von oben sieht es noch deutlich höher aus

 Artisten am Trapez müssen kräftig, geschickt und beweglich sein. Und sie müssen sich auf ihre Mitturner und Helfer verlassen können.
Wuppertal. Wir haben die Trapezkinder beim Üben in der Manege besucht. Die sind nett und haben schöne Sachen gemacht. Die Reporter Leon und Simon durften es auch einmal probieren. Leon findet, dass es gar nicht so leicht ist: "Weil man da erst mal hoch kommen muss. Und dann muss man sich gut festhalten."      Belli, eine der Helferinnen in der Trapezgruppe, sagt, dass man Kraft haben muss, geschickt und beweglich sein muss, wenn man am Trapez turnen will. 14 Kinder machen in der Gruppe mit, und es gibt vier Helfer. Eines der Kinder ist Sophie (9). Sie sagt, es sei ein schönes Gefühl, weil es so hoch ist. Marie (6) findet, dass es gar nicht so hoch ist. Die Reporter finden, dass es von oben deutlich höher aussieht als von unten. Manche Figuren werden allein gezeigt, andere macht man zu mehreren. Sophie zum Beispiel ist mit ihrer Freundin Elena (9) hier. Sie turnen gleichzeitig eine Übung, die Frosch heißt. Die Trapezgruppe übt in der Manege und im Vorzelt. Dort hängt auch noch ein Trapez, in der Manege sind es zwei. Uns hat gefallen, was die Trapezkinder in der Manege gezeigt haben. Die einzelnen Figuren waren schon ganz gut. Den Ablauf der Nummer mussten sie aber noch üben. Wir glauben, dass sie es schaffen.

22.07.06
Von Cedric, Simon, Jan, Leon und Oliver

 

Zauberer Bobori hat seine schicke Zauberjacke angezogen.

 

Kinder berichten vom Zirkus: Das Geheimnis der Bonbons im Feuer

Der Zauberer Bobori zaubert mit Kindern.
Wuppertal. Zum ersten Mal ist im Wuppertaler Ferienzirkus der Zauberer Bobori dabei. Wir saßen an seinem Wohnwagen. Für Zaubertricks muss man vor allem viel üben. Bobori ist auch noch Clown und Marionettenspieler. Wenn er zaubert, macht er das immer mit Kindern. Und das schon seit 16 Jahren. "Ich finde es toll, die Menschen zu faszinieren und was Geheimnisvolles zu machen", sagt er. "Ich mag Kinder, weil ich mich selbst darin sehe." Bobori kennt die Cassellys schon 20 Jahre. Manchmal ist er mit ihnen unterwegs, manchmal spielt er auf eigene Nase. Jetzt sind auch seine Söhne Jonas (12), Simon (10) und Lukas (7) dabei. Die Mutter ist zuhause in Essen geblieben. Bobori hat uns ein paar Tricks vorgeführt. Da hat er Feuer in einer Schüssel gemacht, und dann waren da lauter Bonbons drin. Reporter Jonas war Zauberassistent, das war ein sehr schönes Gefühl. Wie ein Trick funktioniert, wird grundsätzlich nicht verraten. Verraten hat uns Bobori aber seinen Lieblings-Zauberspruch: "Hokus, Pokus, Omnibus".

Bobori hat schon als Kind Zirkus gemocht. Er sagt: "Mit meinem Beruf habe ich mir einen Traum verwirklicht."

 

Jutta Raschtuttis.

Premiere für eine neue Projektleiterin

 In diesem Jahr hat Jutta Raschtuttis die Leitung des Kinderferien-Zirkusprojekts übernommen.
Wuppertal. Für drei Wochen hat sie ein Büro in einem Bauwagen auf dem Carnaper Platz. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt.
Frage: "Was bist Du von Beruf?"
Jutta: "Ich leite das Haus der Jugend Elberfeld. Ich habe eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht und danach Sozialpädagogik studiert. Ich habe vorher in verschiedenen Jugendzentren gearbeitet."

Frage: "Gefällt es dir hier?"
Jutta: "Es macht mir viel Spaß, es ist ein ganz toller Job. Wir können hier sehr selbstständig arbeiten und eigene Ideen entwickeln."

Frage: "Was ist das Schönste daran?"
Jutta: "Das man etwas mit den Kindern zusammen macht. Dass man zugucken kann, wie ein tolles Programm entsteht und wie viel Spaß die Kinder haben."

Frage: "Wenn Du ein Ferienkind wärest, welche Gruppe würdest Du Dir aussuchen?"
Jutta: "Das ist schwer. Ich glaube: Seiltanzen. Weil ich generell Freude an Balanceakten habe."

Frage: "Wirst Du etwas ändern?"
Jutta: "Ich werde mir erstmal alles anschauen. Mal sehen, ob wir etwas verändern. Auf jeden Fall wird das eine Entscheidung des ganzen Teams sein." 23.07.06
Von allen Reportern

 

Direktor Jonny Casselly sitzt im Führer-haus eines Zirkustrucks

Kinder berichten vom Zirkus: Zirkusleben ist Bewegung

Früher zogen Pferde die Wagen, jetzt bringen viele PS den Zirkus an sein nächstes Ziel. Die Tour muss gut geplant sein.
Wuppertal. Die Familie Casselly ist schon seit gut 175 Jahren eine Zirkusfamilie. Die Casselly-Kinder sind jetzt die siebte Generation. Die Vorfahren kamen aus Schlesien, Frankreich und Italien. Und immer sind sie mit dem Zirkus herumgezogen. Zirkusdirektor Jonny Casselly hat uns erzählt, dass Zirkusse noch gar nicht so lange Zelte haben, wie wir sie heutzutage kennen. Er sagt, dass die ersten Zelte zum Ende des 19. Jahrhunderts aufkamen. Früher hätten sie wie große Regenschirme ausgesehen.                                              Früher haben die Zirkusleute Pferde genommen, um die Wagen zu ziehen. Jonny sagt, das kennt er aber auch nur aus Filmen. Oma Casselly hat das aber noch selbst erlebt. Jonny hat fünf große Lastwagen.          Als Jonny ein Kind war, sind sie in ganz Deutschland herumgezogen. Dann auch in Dänemark, Schweden und Finnland. Dabei sind sie sogar über den Polarkreis gekommen. Heutzutage ist der Circus Jonny Casselly hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen unterwegs.                                                                                                    Früher ist Jonny herumgefahren und hat den nächsten Platz zum Auftreten gesucht. Heutzutage weiß er schon Weihnachten, wo sie im nächsten Jahr überall sein werden. Karola und Stefani Casselly hatten auch schon Einzelengagements, in Las Vegas und Ägypten. In zwei Wochen macht sich der Zirkus auf den Weg von Wuppertal nach Langenfeld.                     22.07.06              Von Simon, Jan J. und Oliver

 

"Eine Woche voller Erlebnisse" fanden die Ferienkinder.

ZiRKUSWOCHE

Feuer im Fakirmund und die Bürste im Kamelmaul

Es war eine Woche voller Erlebnisse für die Ferienkinder. Wir haben sie gefragt, wie ihnen das Zirkusleben gefallen hat.
Wuppertal. Conrad (7): "Am besten war das Zaubern, weil ich da meine Schwester in eine Kröte verzaubern kann. Ich zaubere ein Häschen her und stecke ein Schwert in die Schwerterkiste. Leider habe ich meine Trinkflasche immer wieder verloren. Ich bin froh beim Zaubern."
 

 Miriam (13): "Ich mag die Cassellys, ich bin ein Fan von ihnen. Am meisten Spaß hat das Seillaufen gemacht, das ist gefährlich. Einmal durfte ich Pferde putzen, das war auch gut. Nicht so gut war das Essen, da bin ich ziemlich wählerisch."

Julian (12): "Am besten war die Taubengruppe. Ich habe selber Tauben zuhause, Brieftauben. Die Kinder hier sind gut. Wenn die Tauben Pause machen, machen wir auch Pause. Dann spielen wir. Oder wir gehen in den Pool."

Theresa (8): "Am besten ist die Bodenakrobatik, weil man da was lernt und weil die Stefani Casselly sehr nett ist. In der Pause kann man über den Platz gehen und gucken. Zum Beispiel die Tiere, ich finde Tiere sehr hübsch. Nicht so gut war der erste Tag, das Ausprobieren war zu kurz, und die Wechsel haben nicht so gut geklappt."

Florian (11): "Am meisten hat mir der Sprung durch den Feuerreifen gefallen. Da muss man tierisch aufpassen, sonst kann das böse enden. Also man ist da schon ziemlich konzentriert. Es war total schön, in den Pool zu gehen und sich nass zu machen."

Laura (9): "Es war toll, mit den Ponys spazieren zu gehen und sie zu striegeln. Ich voltigiere und kenne mich mit Pferden aus. Hier habe ich das Pony Pumuckel. Der ist süß, nur er will manchmal nicht so gut mitmachen. Nicht so gut ist, wenn die Ponys sich streiten. Einmal hat ein Pony beim Spazierengehen so gezogen, dass eine Helferin es übernehmen musste."

Jacob (11): "Am meisten Spaß hat das Essen gemacht, ich esse gerne. Das Üben war in Ordnung. Ich hänge am Trapez in der Luft. Da oben ist es wärmer als am Boden. Beim Trapez-Turnen braucht man vor allem Willen. Sonst gibt man ganz schnell auf, weil man nicht raufkommt."

Marian (6): "Am besten war das mit dem Feuer, das die Fakire sich in den Mund gesteckt haben. Das war aufregend. Bei den Jong-leuren spiele ich Diabolo, weil man da so viele Sachen mit machen kann."

Robin (6): "Das beste war, mit den Tieren Kunststücke zu üben. Meine Ziege Susi ist ein bisschen stur, die zieht manchmal rum. In der Aufführung soll sie über ein Loch hüpfen. Das Kamel Kuskus nimmt immer die Bürste in den Mund, dann muss jemand sie wieder rausziehen."

Chantal (12): "Ich finde es einfach schön hier. Bei den Fakiren macht es mir am meisten Spaß mit den Feuer-Poi. Das sind Ketten mit einer Fackel am Ende, die wirbelt man damit rum. Da braucht man viel Zeit zu, das zu lernen, und das kann auch nicht jeder."

22.07.06                                    Von Simon, Jan L., Jan J., Oliver, Leon, Cedric und Florian

 

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